Häufige Fragen zur Hypnose
![]() | Was ist Hypnose? |
Diese Frage wird Hypnotiseuren immer wieder gestellt.
Eine schnelle Antwort in einem Satz ist eigentlich kaum möglich.
Man kann sich, um einen allerersten Eindruck zu vermitteln, mit ein paar kurzen Antworten behelfen:
- Hypnose ist ein Verfahren, mit dem man das Unterbewusstsein ohne Umwege ansprechen kann.
- Hypnose ist eine Entspannungstechnik, wie z.B. autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.
- In der Hypnose kann man besser Lernen.
- Hypnose ist eine Trancetechnik.
Das ist aber nicht alles. Wir möchten versuchen, die Hypnose ein ganz klein wenig näher zu beleuchten, ohne allzu wissenschaftlich zu werden.
Es gibt sehr viele unterschiedliche Techniken, mit denen man denjenigen, der hypnotisiert werden soll, in eine Trance versetzen kann. Mit Hilfe der Trance soll beim Hypnotisanden ein bestimmtes Ziel erreicht werden.
Die unterschiedlichen Techniken dienen u.a. dazu, verschiedene Trancetiefen zu erreichen. So gibt es z.B. leichte, mittlere und tiefe Trancezustände.
Darüber hinaus kann man z.B. auch noch zwischen Entspannungstrance, aktiver Trance u.v.a. unterteilen.
Die verschiedenen Hypnoseanwendungen bieten Zugang zu den unterschiedlichsten Funktionen des Nervensystems. Hypnose ist also alles andere als ein Schlafzustand.
Im Gegenteil: Die Wirkung der Hypnose kann sehr real sein.
Im medizinischen Bereich können damit z.B. von Ärzten oder Psychiatern Angstzustände behandelt werden, oder beim Zahnarzt können die Schmerzen abgeschaltet werden. Viele Zahnärzte bieten heute Hypnose statt Spritzen an.
Bei der Behandlung von Angstzuständen und oder beim Ausschalten von Schmerzen, um bei den o.g. Beispielen zu bleiben, sind unterschiedliche Gehirnregionen betroffen, die angesprochen werden müssen.
So gibt es im Gehirn unterschiedliche Regionen für die verschiedenen Aufgaben, die von unserem Körper erledigt werden müssen.
Um nur einige wenige zu nennen:
- Motorik (Laufen, mit den Händen anfassen usw.)
- Wahrnehmung akustischer und optischer Reize
- Sprache
- Vegetative Funktionen (Herzschlag, Verdauung usw.)
- Gefühle -nicht nur psychisch, sondern auch körperlich, wie Schmerz, Druck, Hitze, Kälte usw.
Alle Gehirnregionen arbeiten unabhängig voneinander und sind doch miteinander verknüpft.
Dabei können die einzelnen Bereiche unterschiedlich aktiv sein.
Wenn wir z.B. schlafen, ist das Motoriksystem weitgehend inaktiv.
Genauso wie das Sprachzentrum und das Gehör.
Keines der Systeme ist aber völlig ausgeschaltet.
Denn auch im Schlaf ist unser System "Standby" und erkennt Gefahren. Wenn es z.B. brennt, würden wir wegen des Brandgeruchs mit hoher Wahrscheinlichkeit aufwachen. Oder wenn wir sanft von unserem Partner geweckt werden, dann bekommen bestimmte Teile des Gehirns dies durchaus mit und regeln untereinander, wie sich der Körper in dieser Situation verhalten soll (z.B. aufwachen, aufstehen, bei Feuer flüchten oder beim sanften Wecken durch den Partner Liebeshormone ausschütten und ihn in den Arm nehmen. :-)
Genauso aktiv ist das Gehirn, wenn wir träumen. Haben Sie auch schon Träume so real erlebt, dass Sie in höchstem Glücksgefühl aufgewacht sind oder sogar vor Angst hochgeschreckt sind ?
Das Motorikzentrum ist plötzlich „hell wach“ und richtet Sie im Bett auf.
Das vegetative Nervensystem schüttet vielleicht Adrenalin aus und bringt Sie zum Schwitzen und erhöht Ihre Atem- und Pulsfrequenz. Und das nur durch die Kraft Ihrer Vorstellung.
Schließen Sie einmal die Augen und denken Sie an eine frische, saftige und saure Zitrone. Denken Sie daran, wie Sie sie zum Mund führen und kräftig hinein beißen.
Na ? Fließt Ihnen auch das Wasser im Mund zusammen ?
Sie haben eine körperliche Reaktion erzeugt - nur allein durch Ihre Vorstellungskraft.
Nun kommen wir der Hypnose langsam auf die Spur.
Die Gehirnareale können also, wie Sie gerade selber festgestellt haben, nur allein durch Vorstellungskraft aktiviert werden.
In der Hypnose, während der Hypnotiseur zu Ihnen spricht, werden durch seine Worte die Gehirnareale stimuliert, die verändert werden sollen.
Durch die Trance ist das Gehirn in einem Zustand, in dem es gesprochene Worte in Bilder umwandelt und diese bis zu einem bestimmten Grad als real akzeptiert.
Wenn Sie z.B. schon oft erfolglos versucht haben, mit dem Rauchen aufzuhören, hat Ihr Gehirn irgendwann ein negatives Erlebnis gespeichert. Nämlich das Erlebnis, dass jeder bisherige Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, gescheitert ist und deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft scheitern wird. Das Unterbewusstsein "weiß" also, dass es sowieso nicht funktioniert.
In der Hypnose kann dem Gehirn nun suggeriert werden, dass es sehr wohl möglich ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Dass es der rauchenden Person gut geht ohne Zigarettenrauch. Dass es leicht ist, aufzuhören usw.
Das Gehirn speichert diese Suggestionen nun als positives Erlebnis ab und nutzt diese positive Erfahrung in den gleichen Situationen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.
Gleiches kann man auf sportliche Leistungen übertragen, auf besondere Lernfähigkeiten, Lampenfieber usw.
Wir hoffen, wir konnten mit diesen Erläuterungen ein klein wenig über die Hypnose aufklären.
![]() | Ist man während der Hypnose “willenlos”? |
Wie bereits im Abschnitt "Was ist Hypnose?" erklärt, ist man in der Hypnose nicht „bewusstlos“, sondern befindet sich gewissermaßen in einem Zwischenstadium zwischen wach und schlafen.
Die Empfindungen während einer Hypnosesitzung können sehr unterschiedlich sein. Je nach Anwendung kann die Hypnose sehr entspannt sein, sie kann aber auch in einem sehr aktiven Zustand stattfinden.
Mal schnell zum Hypnotiseur gehen und „ein halbes Stündchen schlafen“ ist in der Regel nicht sinnvoll.
Denn eine Hypnosesitzung ist eine „Teamarbeit“ zwischen Hypnotiseur und Klient.
Der Hypnotiseur gibt während der Sitzung Anleitungen zu Gedanken und Vorstellungen die Sie selbst in Ihren eigenen Phantasien umsetzen werden. Wenn Sie dabei einschlafen, ist die Wirkung nicht so stark. Ein erfahrener Hypnotiseur erkennt aber, wenn der Klient einschläft und weiß das ggf. zu verhindern.
Wenn Sie nicht hypnotisiert werden wollen, dann kann das niemand gegen Ihren Willen tun. Oder wenn der Hypnotiseur etwas von Ihnen verlangen würde, was gegen Ihre eigenen ethischen Prinzipien verstoßen würde, würden Sie aufwachen und die Hypnose wäre zu Ende. Also keine Angst: Sie bleiben immer Herr oder Frau Ihrer Sinne.
![]() | Showhypnose - quakende Frösche & Luftgitarre |
Frage: Ich habe im Fernsehen Leute gesehen, die sind wie Frösche herum gesprungen und haben gequakt oder haben Luftgitarre gespielt. Mache ich auch solche peinlichen Dinge ?
Man tut unter Hypnose nichts, was man im Wachzustrand auch nicht tun würde.
Das genannte Beispiel bezieht sich auf Showhypnose im Fernsehen oder in Diskotheken.
Was man im Fernsehen nicht sieht, ist, dass der Hypnotiseur bereits vor der Show Personen heraussucht, die selbst ohne Hypnose alles Mögliche und Unmögliche tun würden, nur um im Rampenlicht zu stehen oder einfach nur ein wenig Spaß zu haben. Diese Leute wären auch im Wachzustand bereit, herumzuspringen oder andere "Dummheiten" zu machen – nur damit sie "dabei" sind.
Sie begeben sich also freiwillig in diese Situation und sind damit völlig einverstanden.
Während einer Hypnosesitzung sollen aber Probleme gelöst werden oder es soll daran gearbeitet werden, dass Sie sich besser fühlen. Niemand hat also ein Interesse daran, Sie in den Räumen des Hypnotiseurs herumhüpfen und quaken zu lassen.
![]() | Kann man sich nach der Hynose noch an alles erinnern? |
Man kann sich meistens an alles erinnern. Das hängt aber von vielen Faktoren ab.
Es kann z.B. sein, dass man bestimmte Gefühle oder Gedanken vergessen oder „auslöschen“ möchte. Dann wird der Hypnotiseur Sie anleiten, wie diese Gedanken für Sie nicht mehr zu einer Belastung werden.
Dies wird aber immer im Vorfeld einer Hynose abgeklärt und ist keinesfalls zwingend erforderlich. Sie behalten also immer die Kontrolle darüber, was geschieht.
Manche Menschen denken sogar, dass sie überhaupt nicht in Hypnose waren, weil sie alles mitbekommen haben und sich an alles erinnern können.
MERKE: Hypnose ist nicht gleichbedeutend mit Schlafen. In Hypnose sprechen wir mit Ihrem Unterbewusstsein. Bei den meisten Anwendungen ist deshalb die Hypnose ein sehr aktiver Zustand - ein Schlaf ist nicht immer sinnvoll und gewünscht.
![]() | Verrät man während der Hypnose Geheimnisse? |
Niemand kann Sie dazu bringen etwas zu erzählen, was Sie im Wachzustand nicht erzählen würden. Sie behalten vertrauliche Dinge genauso für sich als wenn Sie wach wären.
Ein seriöser Hypnotiseur wird sein Vorgehen mit Ihnen besprechen, sodass Sie bereits vorher wissen, wie die Sitzung ablaufen wird.
Wenn Ihr Unterbewusstsein einmal nicht sprechen kann, so wird Sie niemand dazu zwingen.
![]() | Was passiert, wenn ich aus der Hypnose nicht mehr aufwache? |
Man wacht immer wieder auf.
Der Hypnotiseur führt einen Klienten immer wieder zurück in den Wachzustand.
Um das immer wieder beliebte Beispiel hervorzukramen, in dem der Hypnotiseur einen Herzinfarkt erleidet und während der Sitzung stirbt, sei gesagt, dass, wenn der Rapport zum Hypnotiseur abreißt (also wenn er nicht mehr zu Ihnen spricht und somit gewissermaßen die Kommunikation mit Ihnen abbricht) die Hypnose allmählich in Schlaf übergeht.
Sie werden nach einer gewissen Zeit, nämlich spätestens dann, wenn Sie sich ausgeschlafen haben, ganz von selbst frisch und ausgeruht aufwachen.
![]() | Wie fühlt sich Hypnose an. Schläft man dabei? |
Wie weiter oben bereits erwähnt, ist die Hypnose ein Zwischenzustand zwischen Wach und Schlaf.
Sie werden also nicht schlafen. Sie hören alles um sich herum.
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie beim Lesen eines Buches oder beim Ansehen eines Filmes im Kino oder Fernsehen völlig in die Handlung versunken sind, sodass Sie um sich herum alles vergessen, vielleicht sogar das Gefühl für die Zeit verlieren?
Plötzlich schrecken Sie auf und merken, dass Sie jemand ruft.
Oder Sie schauen gedankenverloren aus dem Fenster, oder beim Besuch eines Eiscafes beobachten Sie die vorbeilaufenden Passanten und machen sich den einen oder anderen Gedanken.
Dann befinden Sie sich bereits in einer leichten (Selbst-)Hypnose.
So oder ähnlich jedenfalls fühlt sich Hypnose an. Also gar kein so unbekanntes Gefühl vor dem man Angst haben müsste.
![]() | Ist Hypnose gefährlich? |
Sie gehen zu einem Masseur. Ist das gefährlich, was er macht ?
Wie man's nimmt. Wenn er seinen Beruf gelernt hat, sicher nicht. Wenn Sie sich jemandem anvertrauen, der einfach so nach Lust und Laune irgendwie an Ihnen herum drückt, kann er schon einiges kaputt machen.
Bei der Hypnose ist es nicht anders. Der Hypnotiseur versetzt Sie in einen Zustand der Trance. In diesem Zustand ist Ihr Bewusstsein eingeschränkt und er kann (durch Sie) mit Ihrem Unterbewusstsein sprechen und Veränderungen herbeiführen.
Wenn z.B. Suggestionen nicht korrekt aufgelöst werden, kann Ihnen das zumindest Unbehagen bereiten.
Auch wenn bei bestimmten Krankheiten hypnotisiert wird, kann das negative Auswirkungen haben.
Oder etwas ganz banales: Theoretisch können Sie sich so entspannen, dass Sie in sich zusammen sacken und aus dem Sessel fallen oder vom Stuhl kippen. Sie könnten sich dadurch verletzen.
Ein ausgebildeter Hypnotiseur kennt aber mögliche Gefahren und weiß diese entweder zu umgehen oder, falls doch einmal ein Problem auftreten sollte, wie er damit umzugehen hat.
Normalerweise fühlen Sie sich nach einer Hypnoseseitzung sehr gut erholt und frisch.
Noch ein Tipp: Steigen Sie nach einer Hypnoseseitzung nicht direkt in Ihr Auto und fahren los.
Warten Sie noch 10 oder 15 Minuten. Vielleicht laufen Sie noch ein paar Schritte bevor sie losfahren.
Sie werden auch nicht morgens, nachdem Sie tief und fest geschlafen haben, aus dem Bett steigen, rein ins Auto und dann zur Arbeit fahren.
Sie sind nach einer Hypnosesitzung meist noch so entspannt dass Sie Ihrem Körper und Ihrem Geist sicher einen Gefallen tun, wenn Sie ihm ein wenig Zeit gönnen, wieder hell wach zu werden.
Bei den folgenden Erkrankungen dürfen Hypnosen, wenn überhaupt, nur von einem Arzt, Psychiater oder Heilpraktiker durchgeführt werden:
- Schizophrenie, Bipolare Störung, Depressionen...
- Persönlichkeitsstörungen
- Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen
- Herzerkrankungen
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems
- Thrombose
- ADS / ADHS
- kürzlich vorgefallenem Herzinfarkt oder Schlaganfall
- geistig behinderten Menschen
- Suchterkrankungen (Drogenabhängigkeit, Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit – gilt nicht für Rauchentwöhnungen)
Sprechen Sie uns im Zweifel bitte an.
![]() | Muss ich mich auf die Hypnosesitzung irgendwie vorbereiten? |
Im Prinzip nicht.
Es wäre aber hilfreich, wenn Sie genügend Zeit einplanen und nicht auf den letzten Drücker angehechelt kommen.
Je entspannter und ruhiger Sie ankommen, je besser und schöner wird Ihr Erlebnis der Hypnose sein.
Sinnvoll ist es auch, 2-3 Stunden vor der Hypnosesitzung keinen Kaffee oder schwarzen Tee zu trinken.
Hier nochmal ein Tip, den wir bei "Ist Hypnose gefährlich?" auch gegeben haben: Steigen Sie nach einer Hypnoseseitzung nicht direkt in Ihr Auto und fahren los.
Warten Sie noch 10 Minuten. Vielleicht laufen Sie noch ein paar Schritte bevor sie losfahren.
Sie werden auch nicht morgens, nachdem Sie tief und fest geschlafen haben, aus dem Bett steigen, rein ins Auto und dann zur Arbeit fahren.
Sie sind nach einer Hypnosesitzung meist noch so entspannt dass Sie Ihrem Körper und Ihrem Geist sicher einen Gefallen tun, wenn Sie ihm ein wenig Zeit gönnen, wieder hell wach zu werden.
